Mein Leben hat sich seit der Aufstellung von erst zwei 100 m hohen Windkraftanlagen und nochmals dramatisch nachdem zwei weitere Anlagen, diesmal mit einer Höhe von 150 m, aufgestellt wurden geändert.

Unseren Garten, in dem ich in jeder Ecke diese monströsen Gebilde in der sonst eher flachen Landschaft sehe, hat seinen Erholungswert verloren. Obwohl wir 1.030 m von der am nächst liegenden Anlage entfernt sind, höre ich sie wenn der Wind weht täglich. In der Dämmerung und Nachts leben wir mit stätigen Blinklichtern die mich bis ins Wohnzimmer jeden Tag verfolgen und ständige Ablenkungen verursachen. Bei starkem Wind ab Stärke 5 oder 6 ist die Geräuschentwicklung so stark, dass man denkt vor der Schlafzimmertür steht ein alter Wäschetrockner und ich bin alle zwei bis drei Stunden wieder wach.

Unser Sohn hatte während seiner Schulzeit unsagbar unter Übelkeit und Schwindel zu leiden. Alleine in einem halben Schuljahr - und das vor seinem Abitur - konnte er deswegen an 13 Tagen nicht in die Schule gehen. Gott sei Dank studiert er heute weit weg von Brandenburg und dem hier betriebenen Windkraftwahn. Ihm geht es wieder gut, doch kaum kommt er in den Semesterferien nach Hause klagt er wieder über Müdigkeit und Unwohlsein.

Ich selber kann mittlerweile nach Tagen an denen der Wind stark ging wegen Schwindelanfällen von jetzt auf gleich nicht mehr Auto fahren. Gefühlt bin ich ein halbes Jahr unausgeschlafen, kann mich bei meiner Arbeit sehr schlecht konzentrieren und verdrehe beim Schreiben an schlechten Tagen die Buchstaben, vermisse den Frohsinn in meinem Leben und fühle mich oft sehr schlecht. An manchen Tagen habe ich das Gefühl das sich die Bronchien zusammenkrampfen und ich einfach nur hier weg muss. Aber damit muss ich leider noch warten. Bis wir hier alles verkaufen können - wenn es denn überhaupt einer kaufen will - habe ich leider noch ein paar Jahre durchzuhalten. Hoffentlich schaffe ich es ohne gesundheitliche und bleibenden Schäden diese Zeit zu überbrücken.

Warum tut keiner was um uns zu helfen oder warum ist es unserer Regierung egal?

 

Jutta Maurer