"Wir hätten viel früher wegziehen sollen"

Mit einem Batzen von Krankheitssymptomen, einem Immobilienwertverlust von ca. 70% und dem Verlust der privaten Alterssicherung in Form von 2 (vermieteten) Mietwohnungen verläßt eine kinderreiche Familie ihr Zuhause und erlebt eine langsame Besserung der Symptome.

Fragenkatalog für betroffene Anwohner von Infra-, Hör-, und Körperschall emittierenden technischen Anlagen

Bitte verhelfen Sie uns zum besseren Verständnis durch die Beantwortung folgender Fragen, oder beschreiben Sie Ihre Situation mit einem eigenen Text. Gerne können Sie die Fragen erweitern, falls Ihnen etwas dazu bedeutsam erscheint.
Vielen Dank im Namen der Aufklärung und aller Betroffenen!

Durch welche Anlagen werden Sie gestört, z.B. WEA, LWP, Kühlaggregate o.a.:

3 Windkraftanlagen

Ggf. Aufzählung mehrerer Anlagen wie z.B. WEA, z.B. x WEA von Höhe x, x MW und Modelle, falls bekannt, z.B. 6 WEA Enercon 82, x MW und 10 Vestas 110 in 2 verschiedenen Wind“parks“:

3 Anlagen Repower mm92; 99 m Nabenhöhe, 90 m Rotordurchmesser, 2 MW Leistung; 750 vom Haus entfernt, etwas überhöht in Hauptwindrichtung, süd- bis südwestlich

Wann wurden die Anlagen aufgebaut, z.B. Datum, vor ca. 3 Monaten o.ä.:

Oktober 2006

Seit wann sind Sie betroffen, z.B. Datum der Inbetriebnahme der Anlagen – Zuzug in die Region:

seit Anbeginn, nahmen das damals aber nicht wahr, dass die Beeinträchtigungen von den WKA kamen, woher auch, wussten damals nichts darüber. Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes begann schleichend, bei jedem etwas verschieden.

Welche Personen sind betroffen, ggf. Auflistung:

a) Kinder (bitte mit Alter!) 5 unserer 7 Kinder, heutiges Alter:27, 22; 20, 15, 9; die beiden anderen Kinder sind kurz vor und nach Inbetriebnahme der WKA wegen Berufsausbildung weggezogen.

b) Mutter ja, 48

c) Vater ja, 49

Wann sind erste Störungen aufgetreten, z.B. x Wochen, Monate, Jahre nach Inbetriebnahme:

ging schleichend, schauten nach Verschiedenen Ursachen, hatten 2008 einen Wünschelrutengänger da; beim Blutspenden wurde auf erhöhten Blutdruck hingewiesen

Welche Familienmitglieder sind/waren betroffen:

alle im Haus wohnenden Familienmitglieder; Eltern und 5 Kinder

Welche Störungen? Bitte zählen Sie Ihre Beeinträchtigungen bzw. Ihre Krankheitssymptome auf:

Bluthochdruck, Schlafstörungen,
Muskelzucken, Zucken der Augen und Augenlider, Dauerschluckauf,
Druckgefühle in Brust und Bauch,
Beklemmung, Angstgefühle,
Schwindel, Ohrendruck, Rauschen im Kopf/Ohr,
Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Augenprobleme
Darmproblem, Magen-Darmstörungen, Hautausschlag,
Störung der Schilddrüse,
Zähneknirschen, im Bein und im unteren Rückenbereich drückende Schmerzen

Haben Sie sich medizinische Hilfe gesucht:

ja

Falls ja, bei welchen Fachrichtungen, Institutionen:

Hausarzt, HNO-Arzt, Internist, Lungenfacharzt, Kardiologe, Neurologe, Orthopäde, Hautarzt, Frauenarzt, Augenarzt, Heilpraktiker, Zahnarzt

Wurde Ihnen geholfen:

Letztlich nicht; Aussagen des Hausarztes: „Frau Eck, ich kann Ihnen Tabletten verschreiben, doch letztlich haben Sie kein medizinisches Problem, sondern ein Rechtliches!“

Wodurch wurde Ihnen geholfen, ggf. Auflistung von Medikamenten gegen/für Erkrankung x, y und z, z.B. Bluthochdruck, Schwindel, Schlafstörungen etc.:

Blutdrucktabletten, Schlafmittel, Antidepressiva, Schmerzmittel

Werden Ihre Symptome von Ihren behandelnden Ärzten dokumentiert:

beim Hausarzt und beim Arbeitsmediziner Dr. Bernhard Voigt

Was belastet Sie/ worunter leiden Sie am meisten, wenn Sie an Ihre Situation denken:

die absolute Hilfs- und Rechtlosigkeit gegenüber den Behörden und Verwaltungen

Flüchten Sie aus Ihrem Haus, falls ja, wie oft, wie lange:

nach erkennen der Ursache waren wir so oft wie möglich weg und sind mittlerweile weggezogen.

Haben Sie Ihre Kinder (zeitweise) anderweitig untergebracht, z.B. bei Großeltern, Freunden, im Internat:

haben die jüngste Tochter teilweise übers Wochenende zu einer älteren Schwester gebracht

Gelingt es Ihnen sich zu erholen, falls ja unter welchen Umständen und nach welcher Erholungszeit fühlen Sie sich besser, bzw. verschwinden welche Symptome:

Erst seit wir weggezogen sind, sind die meisten Symptome weg (Ende 2014)

Konnten Sie die zuständigen Genehmigungsbehörden oder die Betreiber der Anlage(n) auf das Problem aufmerksam machen und um Abhilfe bitten? Falls ja, wen:

Nein, ist niemand zuständig, bzw. empfahl der Amtsarzt des Ostalbkreises längere Abwesenheit von unserem Anwesen. Ansonsten wäre rechtlich alles in Ordnung, vielleicht wäre bei uns ja psychisch etwas…

Wurden Sie unterstützt?

Unsere Unwissenheit in fachlicher und rechtlicher Hinsicht wurde von den Behörden massiv zu unserem Nachteil ausgenützt.

Wurde Ihnen ein Angebot durch den Betreiber zur Verbesserung der Situation, zum „Rauskauf“ oder zum Schadensausgleich gemacht?

Nein

Haben Sie Schallmessungen gemacht oder machen lassen, falls ja, mit welchem Ergebnis:

Ja, auf eigene Kosten. Hier war schon bei leichtem bis mäßigem Wind eine Überschreitung der nächtlichen Spitzenwerte / Infraschall massiv vorhanden.

Haben Sie sich anwaltliche Hilfe gesucht:

Ja, für Akteneinsicht der Genehmigungsunterlagen beim Landratsamt .

Haben Sie Klage eingereicht:

Nein, da die Rechtsschutzversicherung nicht greift und es finanziell nicht tragbar ist.

Haben Sie daran gedacht, wegzuziehen und Ihr Haus zu verkaufen/vermieten?

Wir sind mittlerweile weggezogen.

Ist Ihnen der Verkauf / die Vermietung gelungen, falls ja, ggf. mit welchen Wertverlusten in %, in welchem Zeitraum:

Verkauf nach ca. einem Jahr, ca. 70% Wertverlust, Verlust der Altersvorsorge in Form von 2 Mietwohnungen (die vermietet waren)

Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie gesundheitlich nach dem Umzug?

Wir erholen uns in manchem, Bluthochdruck und Tinnitus sind bis jetzt am Bleiben. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nimmt wieder zu.

Gibt es Veröffentlichungen zu Ihrem Fall, falls ja bitte Links o.a:

www.windwahn.de; btg bayern, verein mensch natur, diverse Veranstaltung gegen Windkraftanlagen,

Gibt es einen wichtigen Satz, den Sie anderen Betroffenen mitgeben oder eine besondere Erfahrung, die Sie teilen möchten?

Wir hätten schon viel früher wegziehen sollen, wenn wir erkannt hätten, woran es liegt. Was das Ganze uns an Lebensqualität, an Familienleben genommen hat ist unvorstellbar. Und vor allem ist ja vollkommen unklar welche Langzeitfolgen dies für die Kinder hat.