Langzeitexposition an WKA: Von Schlafstörungen bis zu schweren Folgeerkrankungen durch Immunschwäche

Langzeitexposition an WKA: Von Schlafstörungen bis zu schweren Folgeerkrankungen durch Immunschwäche

5-köpfige Familie flüchtet nach 13 Jahren von ihrem Hof

"Betreiber und Genehmigungsbehörde bestreiten jegliche Auswirkungen der WEA auf die Gesundheit!"
Nachdem die Krankheitssymptome seit 2002 kontinuierlich zunahmen und mit dem Zubau weiterer WEA auch weitere Erkrankungen auftraten, entschloß sich die Familie den Wohnort zu wechseln, muß aber regelmässig ins Büro im alten Haus zurückkehren und um die Tiere zu versorgen.
Zwei Messungen ergaben jeweils zu hohe Infraschallwerte, was die Behörden nicht interessiert und die Gerichte ebenso wenig.
Seit dem Umzug verschwinden zunehmend immer mehr Symptome bei allen Familienmitgliedern.

Fragenkatalog für betroffene Anwohner von Infra-, Hör-, und Körperschall emittierenden technischen Anlagen

Bitte verhelfen Sie uns zum besseren Verständnis durch die Beantwortung folgender Fragen, oder beschreiben Sie Ihre Situation mit einem eigenen Text. Gerne können Sie die Fragen erweitern, falls Ihnen etwas dazu bedeutsam erscheint.
Vielen Dank im Namen der Aufklärung und aller Betroffenen!

Durch welche Anlagen werden Sie gestört, z.B. WEA, LWP, Kühlaggregate o.a.:

WEA: 2x Enercon E101 (3,05MW) Abstände 900 und 1200m seit Ende 2013
3x Enercon E70 (2x2MW/1x2,3MW) Abstände 380, 420 (Bj 2006) und 670m (Bj 2010)
1x Enercon E44 (0,6MW) Abstand 680m Bj 2002
3x NecMicon 1000 (1MW) Abstand 480, 680 und 930m

Ggf. Aufzählung mehrerer Anlagen wie z.B. WEA, z.B. x WEA von Höhe x, x MW und Modelle, falls bekannt, z.B. 6 WEA Enercon 82, x MW und 10 Vestas 110 in 2 verschiedenen Wind“parks“:

s.o.

Wann wurden die Anlagen aufgebaut, z.B. Datum, vor ca. 3 Monaten o.ä.:

s.o.

Seit wann sind Sie betroffen, z.B. Datum der Inbetriebnahme der Anlagen – Zuzug in die Region:

Seit 2002 haben wir Schlafprobleme, da die E44 genau in SW-Richtung zu unserem Haus liegt und bei starkem Wind deutlich hörbar ist

Welche Personen sind betroffen, ggf. Auflistung:

3 Kinder m,w,m (16,15 und 10)
Mutter
Vater
Mieterin

Wann sind erste Störungen aufgetreten, z.B. x Wochen, Monate, Jahre nach Inbetriebnahme:

Einige Monate nach Inbetriebnahme der E44 (2002) erste Schlafstörungen wg. Lärm

Welche Familienmitglieder sind/waren betroffen:

Vater-stark / Mutter-schwach / Tochter-schwach / Söhne-mittel bis stark

Welche Störungen sind im weiteren Verlauf durch weitere Anlagen aufgetreten? Bitte zählen Sie Ihre Beeinträchtigungen bzw. Ihre Krankheitssymptome auf, ggf. mit Chronologie:

Ab 2006 (Nach Inbetriebnahme der Enercon E70 in westlicher Richtung -Hauptwindrichtung und sehr kurzen Abständen) ist insbesondere bei Herbst- und Winterstürmen sehr häufige Schlafunterbrechung eingetreten durch Lärm.

Ebenso nahmen Herzrhythmusstörungen und Herzrasen zu (damals wurde dies auf berufliche Gründe zurückgeführt, da Krankheiten durch WKA nicht bekannt waren).
Gleichzeitig war eine zunehmende Schwächung des Immunsystems (Husten, Halsschmerzen, Bronchitis, Lungenprobleme) im Winter (häufige Stürme) feststellbar.
Bei starkem Wind oder Sturm wurde mir auf der Wiese beim Koppel machen öfter schwindelig. Auffällig war, dass ich bei längerem auswärtigem Aufenthalt (auch beim Arbeiten) mich deutlich besser gefühlt habe als zuhause.

Ebenso war immer auffällig, dass ich meine Herzrhythmusstörungen und das Herzrasen immer nur nachts zuhause bei Sturm oder starkem Wind hatte!
Nachdem die größten Anlagen im November 2013 (Enercon E101) in Betrieb genommen wurden hatten sich wenige Wochen später meine Beschwerden massiv verschlechtert:
fast ständig Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen nachts wegen einem nicht definierbaren Brummton- selbst bei relativ wenig Wind waren häufig Kopfschmerzen zu spüren.
Nach mehreren Arztbesuchen und keinem Auffinden von Ursachen wurde plötzlich hoher Blutdruck festgestellt. Dies war zuvor nie der Fall, ich hatte immer einen normalen Blutdruck (120:80).
Die Beschwerden hielten an und der Blutdruck stieg immer weite.

Die Ärzte rieten mir, Medikamente gegen den hohen Blutdruck einzunehmen, da die Gefahr einer Hirnblutung bestand.
Nachdem Spitzenwerte über 200:160 überschritten wurden, ließ ich mich zur Medikamenteneinnahme überreden. Der Blutdruck regelte sich bei ca. 150:115 ein.
Ab September 2014 mietete ich eine Wohnung im Nachbardorf, um zumindest nachts ruhiger schlafen zu können. Ich konnte nun zwar besser schlafen, aber die Beschwerden blieben, vermutlich auch deshalb, da ich täglich immer nach Hause musste um mich um Büro und Tiere zu kümmern.
(Wir haben einen Nebenerwerbsbetrieb und ich bin noch selbständig)
Letzten Winter (2014/2015) fühlte ich mich ständig unwohl und war häufig beim Arzt- dieser hat mich zwar zu vielen Detailuntersuchungen geschickt- letztendlich wurde keine Ursache gefunden.

Im Februar/März 2015 ging es mir zunehmend schlechter- nun wurde eine Hepatitis (Ursache bis heute unbekannt) festgestellt. Während eines Krankenhausaufenthaltes in der Uniklinik Freiburg wurden die Werte zunehmend besser. Nach Entlassung und mehrmaligem Aufenthalt zuhause wurden die Werte wieder schlechter. Nun wurde dringend seitens der Ärzte empfohlen Kortison einzunehmen. Dies half anfänglich. Nach mehreren Wochen wurden die Werte (Blut) wieder schlechter.
Auffällig ist bei dieser Hepatitis, dass Sie in kein Schema der medizinischen Histologie passt!

Haben Sie sich medizinische Hilfe gesucht:

ja

Falls ja, bei welchen Fachrichtungen, Institutionen:

Zunächst Hausärzte

Wurde Ihnen geholfen:

Erster Hausarzt wurde gewechselt, nachdem er die Problematik nicht verstanden hat.

Wodurch wurde Ihnen geholfen, ggf. Auflistung von Medikamenten gegen/für Erkrankung x, y und z, z.B. Bluthochdruck, Schwindel, Schlafstörungen etc.:

Bluthochdruck: Ramipril (Unverträglickeit), Carvedilol, Lercandipin-HCI (Unverträglichkeit)
Hepatitis: Prednisolon

Werden Ihre Symptome von Ihren behandelnden Ärzten dokumentiert:

Meines Wissens - ja

Was belastet Sie/ worunter leiden Sie am meisten, wenn Sie an Ihre Situation denken:

Aktuell, dass der Schaden(Leberentzündung seit 6 Monaten) u.U. irreparabel ist

Flüchten Sie aus Ihrem Haus, falls ja, wie oft, wie lange:

Seit September 2014: Mietwohnung in der Nähe zum nächtlichen Schlafen.
Seit 1.Mai 2015 : Hauskauf (Ältere Hälfte eines Doppelhauses in der Nähe. Nachts immer dort zum Schlafen. Tagsüber oft zuhause wg. Büro/Tiere

Haben Sie Ihre Kinder (zeitweise) anderweitig untergebracht, z.B. bei Großeltern, Freunden, im Internat:

Kinder sind auch nachts im Zweitwohnsitz (Doppelhaushälfte)

Wohin flüchten Sie, z.B. in eine Zweitwohnung, Ferienwohnung, Wohnwagen, zu Freunden, mit dem Wohnmobil:

s.o.

Warum flüchten Sie, z.B. um zu schlafen, damit der Blutdruck sinkt, die Unruhe, der Schwindel vergehen etc.:

Damit nachts überhaupt ein unbelastetes Schlafen möglich ist. Bei einem Kind sind nächtliches Schlagen und Zuckungen schon deutlich reduziert…

Gelingt es Ihnen sich zu erholen, falls ja unter welchen Umständen und nach welcher Erholungszeit fühlen Sie sich besser, bzw. verschwinden welche Symptome:

Nachts ist ein ruhiges Schlafen absolut möglich. Die Symptome bei Kindern (Nasenbluten, Krämpfe, Zuckungen) sind rückläufig. Lediglich die schulischen Leistungen (Konzentration) sind noch relativ schlecht.
Hierzu muss man erwähnen, dass die Kinder nachmittags immer nach Hause wollen zum Lernen und Spielen- dies sehe ich als anhaltende Belastung für sie.
Mein Symptom (Leberentzündung) hält bedauerlicherweise an. Aber auch ich muss immer wieder nach Hause ins Büro oder auf die Wiese wg. der Tiere.

Konnten Sie die zuständigen Genehmigungsbehörden oder die Betreiber der Anlage(n) auf das Problem aufmerksam machen und um Abhilfe bitten? Falls ja, wen:

Betreiber und Genehmigungsbehörde bestreiten jegliche Auswirkungen der WEA auf die Gesundheit!

Wurden Sie unterstützt?

Informativ durch die BI zum Schutze des Hochschwarzwaldes, Vernunftkraft

Wurde Ihnen ein Angebot durch den Betreiber zur Verbesserung der Situation, zum „Rauskauf“ oder zum Schadensausgleich gemacht?

Nein

Haben Sie Schallmessungen gemacht oder machen lassen, falls ja, mit welchem Ergebnis:

Ja, die Messungen habe ich selbst initiiert und bezahlt.
(Messungen und Gutachten liegen der Redaktion vor.)

Haben Sie sich anwaltliche Hilfe gesucht:

ja

Haben Sie Klage eingereicht:

ja

Bei welchem Gericht:

Verwaltungsgericht (1. Instanz), Verwaltungsgerichtshof (2. Instanz-Widerspruch)
Beide Klagen wurden zurückgewiesen

Was haben Sie beklagt, z.B. Überschreitung der Lärmlimits oder Schattenschlagzeiten, Abstandsregelung, optische Bedrängung, Versäumnisse der Genehmigungsbehörde,
Verstoß gegen Gebot der Rücksichtnahme/Nachbarschaftsrecht:

Widerspruch gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung
-Es handelt sich um den Bauantrag der beiden E101 in nordwestlicher Richtung zur uns-
Wir hatten durch die zuvor errichteten Enercon-Anlagen schon massive Problem

Haben Sie daran gedacht, wegzuziehen und Ihr Haus zu verkaufen/vermieten?

Wir sind weggezogen (1.5.2015) müssen aber immer wieder tagsüber zum Hof wegen der Tiere. Unseren Hof behalten wir zunächst u.a. wegen Erstwohnsitz, um die Klage aufrechtzuerhalten.

Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie gesundheitlich nach dem Umzug?

Nachts kann man besser schlafen!!!

Gibt es Veröffentlichungen zu Ihrem Fall, falls ja bitte Links:

TV-Ausstrahlung zum Thema Infraschall

Gibt es einen wichtigen Satz, den Sie anderen Betroffenen mitgeben oder eine besondere Erfahrung, die Sie teilen möchten?

Man sollte sich immer wehren, denn JEDER hat ein Recht auf Unversehrtheit. Und es ist unbestreitbar, dass WEA gesundheitsschädlich sind!!!! Man muss sich gegen diese Ideologie wehren, auch um anderen Betroffenen zu helfen und um die nächsten Generationen zu schützen.

 K.S.