Wertminderung des Einheitswertes durch Windkraftanlagen

Wertminderung des Einheitswertes durch Windkraftanlagen

Im Zeitraum 1999-2000 haben wir versucht, unser idyllisch gelegenes Haus im Mittleren Schwarzwald (Gemeindegebiet St. Georgen) zu verkaufen. Es handelte sich dabei um ein ehemaliges Waldarbeiterhaus, das mitten im Auerwildgebiet auf einer 2 ha großen Waldwiese, in völliger Alleinlage, stand. Außer den 2 ha Wiese gehörte noch 1 ha Wald arrondiert zum Haus.

Das Haus hatte einen geschätzten Bauwert von ca. 100.000 €, aufgrund der Lage jedoch einen Marktwert (Liebhaberwert) von ca. 200.000 €, wie uns zwei beim Verkauf beteiligte Makler bestätigen konnten.

In 300 m Entfernung war aufgrund der Planung von WKA ein Windmessmasten von ca. 60 m Höhe aufgestellt. Dort und in 600 m Entfernung waren – gerade in unserem Verkaufszeitraum – 2 Windkraftanlagen (WKA) in der Planung.

Trotz zahlreicher Interessenten (schätzungsweise 50!) gelang es uns über ein Jahr nicht, das Haus zu verkaufen!

In aller Regel wurde als Grund, oft erst nachdem sich die Interessenten in Sachen Windkraft kundig gemacht hatten, die WKA-Planung angeführt.

Wir kämpften – unterstützt durch fachkundiges Einarbeiten in die Materie und Informationen durch den BLS – auf Gemeinde-, Landratsamts- und RP-Ebene vom ersten Tag an gegen die Errichtung der WKA.

Nach 1 1/2-jährigen Bemühungen um den Verkauf überließen wir das Haus einem Interessenten mit einem Verlust von ca. 50.000 €, was einem Marktwertverlust von ca. 25% entspricht. Kurze Zeit nach dem Verkauf erfuhren wir, daß das RP Freiburg sich gegen die Standorte entschieden hatte. Wir mußten also allein durch die nicht realisierte Planung gehörig bluten.

Dr. Christoph u. Ursula Leinß