Als der Wind mich noch schlafen ließ...

Als der Wind mich noch schlafen ließ...

Wir wohnen seit 16 Jahren an der Kreisgrenze zum Vogelsberg-Kreis in Hessen

Vor etwa 10 Jahren wurden bei uns im Kreis Gießen (GI) direkt hinter der Kreisgrenze im Vogelsbergkreis (VB) 10 Windräder gebaut.
Der anfängliche Protest der GI-Bewohner schlug fehl, weil man damals den Kreisnachbarn baurechtlich und politisch nicht zu fragen brauchte.
Und dieser wollte Windräder!
Von der Verpächterstruktur her waren es ausnahmslos Landwirte oder Privatleute, die ihre Ländereien zur Verfügung stellten und somit die höchste Wertschöpfung aus
ihrem Grundbesitz herausholen wollten.
An Nachbarn wurde dabei nicht gedacht!!!

Seit etwa 4 - 5 Jahren leiden meine Frau und ich an permanenter Schlafstörung. Dazu muss man wissen, dass das erste Windrad weniger als 1000 m von unserer Siedlung (Wochenendgebiet - wir wohnen hier ganzjährig) entfernt ist.

Bei mir kommt noch hinzu, dass meine Schlafstörungen damit einher gehen dass ich seit Anbeginn an Tinitus leide.
Vor 3 Jahren wurde dieser Windpark noch durch zwei moderne 2,3 MW-Anlagen, die ca. 200 m Höhe haben, im Wald ergänzt.

Ohne Schlaftabletten findet meine Frau keine Nachtruhe mehr und bei mir ist die Nachtruhe dahin gehend gestört, dass ich mehrmals wach werde,
aber im Gegensatz zu meiner Frau nicht lese oder fernsehe, sondern liegen bleibe in der Hoffnung, dass ich wieder einschlafe, was auch manchmal gelingt.
Bisher habe ich selbst von Schlaftabletten Abstand genommen.

Aber das ist doch nicht normal und kann doch keinem Bürger zugemutet werden!
Andere Dauerbewohner, die wir befragt haben, sprechen von gleichen Symptomen.
Das zeigt, dass wir kein Einzelfall sind, sondern Opfer von privater Geldgier.
Was sollten wir tun, wen sollten wir verklagen?
Den Grundstücksbesitzer, den Projektierer, den Bürgermeister, oder wen?
JWZ

Anmerkung der Redaktion
In der Tat wird einem das Klagen gegen Lärm und Infraschall schwer gemacht, obwohl die Genehmigungsbehörden uns stets zynisch empfehlen: "Sie können ja klagen, wenn sie meinen es wäre zu laut..." Immer mit dem guten Gefühl, dass sich viele der Betroffenen keine Klage leisten können und nicht jeder Rechtschutzvertrag eine solche Klage ermöglicht.

Wenn Sie, liebe Leser, Beschwerden haben bzgl. Schallbelastungen von WKA oder anderen technischen Anlagen, wenden Sie sich an die genehmigende Behörde (meist Landesämter für Umwelt, Energie etc.) und dort an die Stelle, welche für Emissionsschutz zuständig ist. Berichten Sie von Ihren Erfahrungen zum Lärm, Brummen oder Vibrieren, den Einschränkungen dadurch in Ihrer Lebensführung, zu Krankheitssymptomen und belegen Sie dies durch Dokumentation möglichst vieler Eigenmessungen mit einem einfachen Schallmessgerät über einen längeren Zeitraum.
Fordern Sie Kontrollmessungen!
Diese muß der Betreiber zahlen und wird folglich ein Messinstitut, welches beim Lobbyverband BWE gelistet ist, damit beauftragen. Das Ergebnis wird dann wie erwartet ausfallen...
Hier können Sie mit der Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen mit modernstem Messequipment, sowohl zum Hörschall, als auch zum Infraschall mit einer eigenen Messung in Konkurrenz treten. Das würde die Chance für eine erfolgreiche Klage, z.B. auf Nachtabschaltung etc. erhöhen. Fragen Sie gerne nach.
Bitte bedenken Sie: Auch in den Gerichten gibt es ideologisierte Richter oder welche, die selber in Windkraft investiert haben und profitieren.
Aber bevor Sie alles verlieren, Ihre Gesundheit, Lebensqualität, Ihre Immobilienwerte und möglicherweise Ihre Alterssicherung und Kreditwürdigkeit, könnte sich das dennoch lohnen.

Sofern Sie Zweifel an der Erfüllung von Genehmigungsauflagen durch die Betreiber oder den Prognoseberechnungen haben, stellen Sie einen Antrag gemäß Informationsfreiheitsgesetz und/oder Umweltinformationsgesetz auf Einsichtnahme in die Genehmigungsakten.
Dies muß man Ihnen gestatten, auch wenn viele Behörden die Einsichtnahme zu verhindern versuchen, hinauszögern und auch gern mal Seiten verschwinden lassen.
Am besten gelingt eine entspannte Einsichtnahme, wenn ein Anwalt diese für Sie beantragt und die Akten abholt, um sie zu kopieren. Dann können Sie anschließend in Ruhe Einblick nehmen und Ihre Fragen / Auffälligkeiten notieren, um diese später zu monieren, bzw. zu beklagen.
JR